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Warum
nicht?
Seit meiner
Jugend liebe ich Funk und Radio. Einerseits technisch als drahtlose
Telekommunikation - andererseits aber auch als Medium, in dem DJs
interessante Platten vorstellen und dazu mitunter auch Geschichten
über die Künstler erzählen können.
Was das Medium
betrifft, so war die Liebe jedoch relativ einseitig: Ich sah schon
früh, daß im Rundfunk für den gemeinen Plattendreher
- neudeutsch DJ oder auch Moderator genannt - nicht viel zu holen
ist: Die Konkurrenz ist groß, weil es als "Traumjob"
gilt (-> die Mädels stehen Schlange ;-) und es wird daher
recht mäßig bezahlt. Das Arbeitsklima bei den in meiner
Jugend aufkommenden Privatsendern aus Südtirol war zudem nicht
berauschend. Schließlich weist auch meine Stimme nicht die
typischen Rundfunkqualitäten auf (-> fast so vernuschelt
wie meine Schrift unlesbar ist), was mir zwar egal ist, weil es
mir mehr um die Musik geht, aber den Sendeanstalten nicht. Daher
entschied ich mich für Ingenierstudium und eine funk-technische
Laufbahn außerhalb des Rundfunks. Später kam dann doch
noch eine mediale Komponente dazu: Ich ging in den technischen Fachjournalismus,
also Fachzeitschriften statt Rundfunk.
Damit hatte
ich das Kapitel Rundfunk eigentlich abgehakt. Allerdings war der
Rundfunk wider Erwarten noch lange nicht mit mir fertig: Im Frühjahr
2000 verklagte mich mein langjähriger Namensvetter (ich hatte
wegen meiner Initialen den Spitznamen "WDR", seit ich
12 Jahre war), der westdeutsche Rundfunk in Köln. Da er diese
drei Buchstaben als eingetragene Marke besitzt, erhob sein Intendant
Fritz Pleitgen urplötzlich innerhalb 48 Stunden Ansprüche
auf meine damalige Internetadresse und alle angeschlossenen
E-Mail-Adressen, ob privat oder fürs Büro.
Da ich mitten
im Umzug steckte und alle Freunde und Familienmitglieder aufs Internet
verwiesen hatte, wollte ich diesem nicht stattgeben und konnte mir
auch nicht vorstellen, wozu Herr Pleitgen meine E-Mails benötigte.
Das war ein Fehler, man verklagte mich mit 500.000 Mark Streitwert
und verbot in Folge "journalistische und künstlerische
Angebote" auf der Website sowie das Impressum (Kontakt), weil
all dies dem Ruf und der Marke des Kölner Senders schade. Auch
meine Tätigkeit als Produktmanager für Mobiltelefone bei
Cellway in den Jahren 1995 bis 1997 war den Herren ein Dorn im Auge,
weil ich im Verlauf dieser Zeit auch ein
Kapitel zu einem Buch beigetragen hatte, ebenso wie mein Hobby
Amateurfunk, über das ich ebenfalls ein Buch geschrieben
hatte. Herr Pleitgen sah im Bücherschreiben nämlich ebenfalls
wirtschaftliche Konkurrenz - auch wenn man damit normal kaum Geld
verdient.
Nicht verboten
hatte man mir allerdings Rundfunk - einfach, weil ich mit Rundfunk
im Jahre 2000 nun wirklich nichts zu tun hatte. Und da ich ja nun
ohnehin als einer der größten Feinde der öffentlich-rechtlichen
Sender gelte, auch wenn dies nie meine Absicht war, wollte
ich dann wenigstens etwas davon haben, mir meinen alten Jugendtraum erfüllen
und Radio machen.
Radio
Caroline wird von etlichen solcher Idealisten betrieben - die
Sendungen werden aus Spaß an der Sache gemacht, ein Entgelt
gibt es nicht, im Gegenteil, man zahlt die Sendezeit und finanziert
sich aus Hörerspenden. Es ist also ein nichtkommerzielles Musikradio
- obwohl man natürlich auf Radio Caroline Werbung buchen kann
(bei German Caroline koordiniert dies und die Hörerspenden
Peter Och, Hauptstraße 15, 07366 Blankenstein, Telefon 036642/22334,
Telefax 036642/22593),
ist dies nicht der Grund für die Existenz des Senders. Er
entstand vielmehr 1964, weil die damals existierenden und in
England empfangbaren Radiostationen wie BBC und Radio Luxemburg
sich weigerten, neue Musikgruppen zu spielen. Die Musik ist bis
heute das Hauptanliegen von Radio Caroline geblieben.
Ja, ich liebe
auch Hörspiele, das klassische Wortradio lenkt mich dagegen
zu sehr von anderen Dingen ab, ebenso wie das Fernsehen, insofern
läuft meist Musik. Aber kein "Dudelfunk" wie im normalen
Privatfunk - Einheitsbrei "das beste aus den 70ern, 80ern und
90ern, von allem etwas, von nichts genug" vermischt mit abgestandenen
Flachwitzen gibt es woanders. Wolf D. Rock steht für
Spaß an der Musik und nicht für Kommerz!
-> Viel
Spaß!
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